en /de
 
 
 

Gesund - für Mensch und Betrieb

Experten einig: Infrastruktur ausbauen / Vorbilder zeigen, wie es geht

Mit dem Rad zur Arbeit

Arbeitsschutz und Radfahren? Passt perfekt – eigentlich. Mit dem Rad zur Arbeit: Darin sehen denn auch viele Unternehmen eine ideale Ergänzung zum betrieblichen Gesundheitsmanagement. Daten und Fakten sind eindeutig. Doch was ist zu tun?

 
 

„Mit dem Rad zur Arbeit“ – mit diesem Motto startet am 1. Mai wieder die erfolgreiche Aktion der AOK. Viele, darunter sehr namhafte Unternehmen beteiligen sich mit ihren Mitarbeitern. Nutzen und Chancen liegen denn auch gewissermaßen auf der Hand: gesund, umweltschonend, effizient, günstig. Der „Team-Spirit“ der betrieblichen Radler hat auch Einfluss auf die Motivation und mithin das Betriebsklima.

Statistiken und Studien, etwa vom Umweltbundesamt, lassen an Klarheit nichts zu wünschen übrig: Radfahrer sind gesünder. Ein Drittel weniger Krankheitstage durch moderate körperliche Bewegung! Deshalb überrascht nicht: Immer mehr Betriebe und Behörden legen Förderprogramme auf - bis hin zum Leasing von Dienst-Fahrrädern. Alles gut also? Nein.

Denn soviel fürs Radfahren spricht, soviel ist auch noch zu tun. So hat der Europäische Verkehrssicherheitsrat (ETSC) mit Sitz in Brüssel vor wenigen Wochen ein verheerendes Fazit gezogen: Radfahrer (und Fußgänger) sind viel zu schlecht geschützt. Beispielsweise ereignen sich fast 30 Prozent aller tödlichen Unfälle von Radfahrern an Kreuzungen. Der ETSC, der die europäischen Institutionen berät, fordert denn auch: Bei Planungen müssen Radfahrer, Fußgänger und ÖPNV einen Vorrang vor dem privaten Autoverkehr bekommen.

Wieder sind die Daten und Fakten eindeutig (Fahrrad-Monitor Deutschland 2019): Selbst die Hälfte der Radfahrer, die sich sicher fühlen, setzen einschränkend hinzu: „meistens“. „Eher nicht“ bis „überhaupt nicht“ lautet dagegen das Fazit von 44 Prozent. Warum? Zuviel Verkehr (68 Prozent), Rücksichtslosigkeit (68), zu wenige Radwege (59)…

Und so können diese Schlagzeilen nicht verwundern: „Fahrradfahrer fühlen sich unsicher“ - so etwa der ADFC (Allgemeiner Deutsche Fahrradclub). Und: „Immer mehr tote Radfahrer“ - so fast sämtliche Medien kürzlich bei der Vorlage der amtlichen Unfallstatistik für das Jahr 2019.

Zwar sind noch nie weniger Menschen im Verkehr gestorben (gesamt: 3059). Doch einen starken Anstieg verzeichnet die Statistik bei Unfällen mit Pedelecs. Insgesamt starben bis einschließlich November 114 Fahrer solcher Räder mit elektrischer Unterstützung. Dies entspricht einem Plus von 32,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der Schwerverletzten stieg um rund ein Fünftel auf 2452, so das Statistische Bundesamt. Die Opfer sind überwiegend ältere Menschen. Doch das beweist nach Auffassung der Versicherungswirtschaft und des ADFC: Die Fahrradinfrastruktur muss massiv ausgebaut werden. Dazu zählen breitere Radwege genauso wie die Entschärfung von Kreuzungen.

Dafür gibt’s Vorbilder. Vor allem Städte, darunter auch sehr große, greifen massiv in den Verkehr ein: Kopenhagen, Amsterdam und Utrecht sind laut dem Copenhagenize-Index die Fahrradhauptstädte der Welt. Sie belegen die Spitzenposition in dem seit 2013 alle zwei Jahre erscheinenden Index der fahrradfreundlichsten Städte. Auf Platz elf fand sich im vergangenen Jahr die erste deutsche Stadt: Bremen.

In Kopenhagen beispielsweise ist der Anteil derer, die mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen, zwischenzeitlich auf 45 Prozent gestiegen. Bis 2025 sollen es mehr als die Hälfte der Pendler sein. Das hat der Stadtrat beschlossen.

Derweil tut sich auch in Deutschland etwas mehr: Die Bundesregierung will im kommenden Jahr den sogenannten Nationalen Radverkehrsplan 3.0 beschließen und umsetzen. Darin findet sich auch folgendes Leitziel: „Deutschland wird Fahrrad-Pendlerland.“ Gesund wär’s gewiss. Für Mensch und Betrieb.–


Autor: Patrick Fritsch | Datum: 24. März 2020


Über die Arbeitsschutz Aktuell

Die Arbeitsschutz Aktuell findet vom 6.– 8. Oktober 2020 mit Fachmesse und Kongress in der Messe Stuttgart statt. Der dreitägige Kongress steht unter dem Motto „Sicher und gesund arbeiten“. Die Arbeitsschutz Aktuell 2020 in Stuttgart erwartet über 10.000 Fachbesucher, 300 Aussteller und 1.000 Kongressteilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Fachvereinigung Arbeitssicherheit e.V. (FASI) ist ideeller Träger der des Fachkongresses. Die Fachvereinigung Arbeitssicherheit (FASI) ist Dachverband der drei Organisationen „Verein Deutscher Gewerbeaufsichtsbeamter“ (VDGAB), „Verein Deutscher Revisions-Ingenieure“ (VDRI) und „Verband für Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz bei der Arbeit“ (VDSI). Seit ihrer Gründung 1972 ist die HINTE Messe- und Ausstellungs-GmbH Veranstalter der Arbeitsschutz Aktuell.

 
 


HINTE Messe- und Ausstellungs-GmbH / Bannwaldallee 60 / D-76185 Karlsruhe / Telefon: +49 721 93133-0 / Fax: +49 721 93133-110

Diese Website nutzt externe Dienste, die zusätzliche Funktionalitäten bieten. Diese Dienste speichern Cookies auf Ihrem Gerät. Datenschutzinformationen