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18.05.2020

Gesundheits- und Arbeitsschutz im Home-Office

Seit Beginn der Corona-Krise sind Millionen Menschen im Home-Office – für viele eine völlig neue Erfahrung. Die Meinung über das Home-Office ist gespalten, unter den Arbeitnehmern ebenso wie unter den Arbeitsgebern. Und es stellen sich Fragen zum Arbeitsschutz.

Home Office
 
 

Rechtlich gesehen handelt es sich dabei um Mobile Arbeit, die abzugrenzen ist von der klassischen Form des Home-Office, der Telearbeit. Dafür richtet der Arbeitgeber dem Beschäftigten einen Arbeitsplatz mit der entsprechenden Ausstattung zuhause ein. Mobiles Arbeiten ist dagegen eine eher kurzfristige Tätigkeit mit Hilfe mobiler Computer und Endgeräte außerhalb der Arbeitsstätte. In Ausnahmesituationen, wie der aktuellen Corona-Pandemie, darf auch über einen längeren Zeitraum mobil gearbeitet werden.

Fest steht: das Home-Office als Maßnahme des Arbeits- und Gesundheitsschutzes ist bisher ein geeignetes Mittel zur Aufrechterhaltung der Arbeitsleistung vieler Unternehmen gewesen. Klar im Vorteil waren jene, die bereits vor Corona die Voraussetzungen für die Arbeit Zuhause geschaffen hatten – bspw. In Form geeigneter Arbeitsmittel und Server-Zugriff. Wer jedoch im Home-Office bisher den Freifahrtschein für ein laissez-faire seiner Mitarbeiter sah, hat jetzt die entsprechenden Herausforderungen zu meistern. 


Arbeitsschutz im Home-Office kommt oft zu kurz

Wie auch immer man zur mobilen Arbeit steht, was im Home-Office in der Regel zu kurz kommt, ist der Arbeits- und Gesundheitsschutz. Wer kann zuhause schon auf ein eigenes, voll ausgestattetes Büro zurückgreifen? In vielen Fällen bilden Küchentisch und -stuhl die harte Realität ab. Hinzu kommen nicht selten der ebenfalls zuhause arbeitende Partner oder die lieben Kinder, die auch beschäftigt werden wollen.

Doch wie gestaltet man das Home-Office gesundheitsförderlich? Experten raten zu klaren Regeln, z. B. im Hinblick auf Arbeits- und Pausenzeiten. Auch die Vereinbarung regelmäßiger Treffen mit den Kollegen und mit den Vorgesetzten per Videochat sind zu empfehlen. Das schafft Orientierung und gibt wichtige Struktur.


Höhenverstellbare Schreibtische sind kaum vorhanden

Ideal ist einen Platz in der Wohnung zu schaffen, an dem nur gearbeitet wird. Dieser fühlt sich so zum einen schnell an wie ein Arbeitsplatz, gibt aber anderen Personen im Haushalt aber auch wichtige Orientierung, indem er signalisiert: „Nicht stören, hier wird gearbeitet!“.

Ergonomie im Home-Office ist oft nicht einfach umzusetzen. Höhenverstellbare Schreibtische oder ergonomische Bürostühle sind kaum vorhanden. Hier heißt es ausprobieren, was am besten passt und im Zweifel kreativ sein – aber mit Bedacht! Berufsgenossenschaften und Unfallkassen geben hier wertvolle Tipps.


Das rät die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)

  • Gerät so aufstellen, dass möglichst keine Fenster oder Lichtquellen sich darin spiegeln oder ins Gegenlicht geschaut werden muss. Tageslicht kommt am besten von der Seite.

  • Der Abstand zum Bildschirm sollte 50-70 cm betragen

  • Separate Tastatur, Maus und wenn vorhanden auch einen separaten Bildschirm für Arbeiten am Notebook nutzen, da sie eine ergonomischere Arbeitshaltung ermöglichen.

  • Am besten schaut man entspannt von oben auf den Bildschirm herab, so als würde man ein Buch lesen. Für optimales Sehen sollte der Monitor so weit nach hinten geneigt sein, dass der Blick senkrecht auf den Bildschirm trifft. So ist sichergestellt, dass der Kopf beim Blick auf den Monitor leicht gesenkt ist, was Verspannungen vorbeugt.

  • Öfter die Sitzhaltung ändern und Bewegungspausen machen, um Verspannungen im Rücken vorzubeugen.

Quelle: DGUV

 

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hat angekündigt, ein Recht auf Home-Office schaffen zu wollen. Ein solcher Rechtsanspruch bringt jedoch eine ganze Reihe von Fragen mit sich. Eine betrifft die Regelung der Arbeitsbedingungen im Home-Office, insbesondere was die Umsetzung des gebotenen Arbeits- und Gesundheitsschutzes in den eigenen vier Wänden betrifft.

Alle Antworten auf die drängenden Fragen eines zeitgemäßen Arbeits- und Gesundheitsschutzes gibt die Arbeitsschutz Aktuell, die vom 6. bis 8. Oktober mit Messe und Kongress in Stuttgart stattfindet. Das dort integrierte Zukunftsforum Ergonomie ermöglicht Besuchern den Blick ins Büro der Zukunft. In verschiedenen Raumszenarien werden innovative und ergonomische Bürokonzepte, moderne Akustikkonzepte zum Schallschutz sowie Klima- und Beleuchtungssysteme vorgestellt.

Telearbeit vs. Mobiles Arbeiten

Das sagt die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)

Telearbeit heißt: Der Arbeitgeber richtet im Privatbereich von Beschäftigten einen Arbeitsplatz mit der entsprechenden Ausstattung ein und regelt die Arbeit von zuhause arbeitsvertraglich oder im Rahmen einer Vereinbarung. Hierfür macht die Arbeitsstättenverordnung entsprechende Vorgaben. Unter mobiler Arbeit sind Tätigkeiten zu verstehen, die außerhalb der Arbeitsstätte unter Nutzung von stationären oder tragbaren Computern oder anderen Endgeräten stattfinden und nicht zwischen Arbeitgeber und Beschäftigten fest vereinbart sind. Solche Tätigkeiten umfassen auch das kurzfristig angesetzte Arbeiten in der eigenen Wohnung. Bei der Möglichkeit, während der Corona-Krise für einen begrenzten Zeitraum im Home-Office zu arbeiten, handelt es sich also - in der Regel - nicht um Telearbeit im Sinne der Arbeitsstättenverordnung, sondern um mobile Arbeit. Für mobile Arbeit gelten die allgemeinen Vorgaben des Arbeitsschutzgesetzes und des Arbeitszeitgesetzes, spezielle Regelungen wie bei der Telearbeit gibt es jedoch nicht.

In Ausnahmesituationen, wie jetzt im Rahmen der Corona-Krise, kann mobiles Arbeiten auch über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden.


Autor: Chris Wirtgen | Datum: 18. Mai 2020


Über die Arbeitsschutz Aktuell

Die Arbeitsschutz Aktuell findet vom 6.– 8. Oktober 2020 mit Fachmesse und Kongress in der Messe Stuttgart statt. Der dreitägige Kongress steht unter dem Motto „Sicher und gesund arbeiten“. Die Arbeitsschutz Aktuell 2020 in Stuttgart erwartet über 10.000 Fachbesucher, 300 Aussteller und 1.000 Kongressteilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Fachvereinigung Arbeitssicherheit e.V. (FASI) ist ideeller Träger der des Fachkongresses. Die Fachvereinigung Arbeitssicherheit (FASI) ist Dachverband der drei Organisationen „Verein Deutscher Gewerbeaufsichtsbeamter“ (VDGAB), „Verein Deutscher Revisions-Ingenieure“ (VDRI) und „Verband für Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz bei der Arbeit“ (VDSI). Seit ihrer Gründung 1972 ist die HINTE Messe- und Ausstellungs-GmbH Veranstalter der Arbeitsschutz Aktuell.

 
 

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