Anderthalb Meter Abstand, besser zwei, ist das Gebot der Stunde in der Corona-Krise. Was schon auf der Straße schwierig einzuhalten ist, wird in der Montagehalle, in der Werkstatt oder im Lagerhaus noch komplizierter. Abstandsregelungen sind eine Herausforderung für den Arbeitsschutz, die Unternehmen auch mit technischen Tools und Apps meistern wolle

Corona-App lässt auf sich warten, Programmcode wurde veröffentlicht 

Die technische Unterstützung im Kampf gegen Corona von Seiten der Bundesregierung lässt schon eine Weile auf sich warten, doch über Pfingsten gab es Neuigkeiten: SAP und die Deutsche Telekom als Entwickler legten den kompletten Programmcode der noch in der Entwicklung befindlichen  Tracing-App  offen, denn Vertrauen ist entscheidend, wenn möglichst viele Menschen freiwillig die App installieren sollen. Über Bluetooth soll die Corona-App sich merken, welche anderen Geräte sich in der Nähe aufhalten. Im Falle eines positiven Corona-Tests werden Risiko-Kontakte benachrichtigt. Wichtig aus Sicht von Datenschützern: Es sollen keine Ortungsdaten herangezogen werden, die Speicherung nur dezentral auf den einzelnen Mobiltelefonen erfolgen. Mitte Juni soll die Corona-App an den Start gehen.

Corona-Apps: Kommen sich zwei Mitarbeiter zu nahe, ertönt ein Piepton 

In anderen Bereichen ist man technisch schon weiter. Das Münchener Unternehmen „Kinexon“ ist eigentlich im Spitzensport zu Hause. Zu wissen, wer sich wo aufhält, beispielsweise auf dem Fußballfeld, erlaubt Trainern taktische Rückschlüsse. Jetzt hat das Unternehmen auf dieser Technik eine Lösung aufgebaut, die am Arbeitsplatz dafür sorgen soll, dass Menschen Abstand halten: mit Armbändern. Kommen sie sich zu nahe, ertönt ein Piepton. „Anstelle von vollständigen Quarantänen, die letztlich einen Stillstand im Betrieb bedeuten, ermöglichen wir Präventionsstrategien durch das Einhalten von Mindestabständen und die präzise Rückverfolgung von Infektionsketten“, sagt „Kinexon“- Geschäftsführer Dr. Alexander Hüttenbrink  zur Bedeutung für den Arbeitsschutz. Nach Angaben des Unternehmens wird das System nach einem Test von ersten Unternehmen flächendeckend eingesetzt.

Corona-Infektion vermeiden: Smartwatch hilft, die Hände aus dem Gesicht zu lassen 

Menschliche Angewohnheiten dagegen hat die University of Hawaii im Fokus: Eine App für Smartwatches soll Menschen abgewöhnen, was man ständig, bis zu 20 mal in der Stunde, unbewusst tut: sich ins Gesicht fassen. Die  App fürs Handgelenk  soll das erkennen und Alarm schlagen. 

Autor: Andreas Eisinger | Datum: 04.06.2020