Die Arbeitswelt ist im Ausnahmezustand: In der Corona-Krise sind Dienstreisen nur eingeschränkt möglich, der Geschäftsbetrieb ist oft eingeschränkt oder komplett eingestellt. Gerade kleine Unternehmen haben während der Pandemie oft nicht die Ressourcen, eine Risikoplanung zu erstellen, um ihre Beschäftigten zu schützen.

Die Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM) und der Verband für Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz bei der Arbeit (VDSI) haben gemeinsam mit der Universitätsmedizin Mainz und der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf Planungstools entwickelt, die helfen sollen.

Zwei webbasierte Anwendungen in Checklisten-Form sind für Unternehmen kostenfrei verfügbar, die helfen sollen, in den normalen Geschäftsbetrieb zurückzukehren („RecoveryPlan“) und Auslands-Dienstreisen zu planen („RABiT“).

Schon während Corona: Schrittweise zurück in die Normalität

Auch wenn Reisebeschränkungen oder Geschäftsverbote schrittweise zurückgefahren werden: Von einem Normalzustand ist die Weltwirtschaft noch weit entfernt. Trotzdem raten die Experten, schon während einer Pandemie schrittweise die Rückkehr zum Normalbetrieb vorzubereiten. Die Veränderungen in der Weltwirtschaft werden lange anhalten, deshalb müsse analysiert werden, wie eine Rückkehr in den Normalbetrieb gelingen kann. Das Online-Tool wurde mit erfahrenen Projektverantwortlichen entwickelt und enthält wenige Fragen zu relevanten Themen. Als Ergebnis kann ein PDF zur betriebsinternen Dokumentation ausgedruckt werden.

Vorsorge ist bei Dienstreisen Pflicht, schon vor Corona

Deutschland ist Exportweltmeister, deshalb wird viel gereist – auch in kleinen und mittelständischen Unternehmen. Hier haben Arbeitgeber ohnehin eine besondere Verantwortung, Arbeitnehmer zu schützen, eine arbeitsmedizinische Gefährdungsbeurteilung ist Pflicht. Das Online-Tool „RABiT“ führt mit einem Fragebogen durch relevante Themenbereiche, der individuelle Stand der Reisevorbereitung kann nachher als Checkliste ausgedruckt werden.

Die in beiden Tools erhobenen, anonymen Daten werden zu wissenschaftlichen Zwecken verarbeitet mit dem Ziel spezifizierte Handlungsanleitungen für Unternehmen zu entwickeln und zur Verfügung zu stellen. Zu finden sind die Tools unter  www.gesundekmu.de.

Autor: Andreas Eisinger| Datum: 18. Mai 2020